MMag. Dr. Peter Weixelbaumer
Auch diese Diskussion zeigt die disruptive Kraft dessen, was gerade passiert.
Vor allem aber zeigt sie ein Paradoxon:
In Forschung und technologischer Entwicklung ist das Tempo atemberaubend.
In der Anwendung sind wir vielfach langsam – und in einer völlig anderen Welt.
Teilweise noch mit Denkweisen, Prozessen und Strukturen aus den 1990er- und frühen 2000er-Jahren.
In Zahlen: Laut Statistik Austria nutzen erst rund 30 % der österreichischen Unternehmen ab zehn Beschäftigten KI.
Der EY KI Readiness Check 2026 zeigt die Lücke noch deutlicher: 69 % der befragten größeren Unternehmen testen KI zumindest in Pilotprojekten. Aber nur 21 % nutzen sie produktiv in mehreren Bereichen – und gerade einmal 8 % haben sie unternehmensweit skaliert und erzielen messbare Effizienzsteigerungen.
Willkommen in ziemlich konträren Parallelwelten…
Ähm, übrigens: Wir sind bereits Jahre nach der Vorstellung von ChatGPT.
Aber ist das jetzt nicht eh alles egal?
Gegenfrage: Wenn Sie in die nächste Hauptstadt wollen – nehmen Sie Flugzeug, Zug oder Auto? Oder die Pferdekutsche?
Genau das gilt auch für die digitale Transformation.
Wir sehen Unternehmen, die dem Mitbewerb davonziehen. Andere laufen mit. Und manche merken noch gar nicht, wie viel Boden sie gerade verlieren.
Diese Spreizung wird immer größer: Während die einen lernen, ausprobieren und besser werden – und die anderen noch überlegen. Und leichtfertig der Marktbereinigung entgegensegeln.
Sorry to say: Dead Man Walking…
Digitale Transformation ist kein Schalter. Sie ist ein Prozess.
Wer früher startet, erzielt Quick Wins, sammelt Erfahrung, baut Kompetenzen auf – und holt vor allem (schwer einholbare) Vorsprünge heraus.
Und: ist besser vorbereitet auf das, was noch kommt!
Denn KI verlässt den Screen, sie wird vereinfacht gesagt nicht nur schreiben und rechnen.
Sie wird sehen, hören, gehen, greifen – und nach digitalen auch physische Prozesse gestalten.
Das verändert nicht nur die Spielregeln. Sondern das ganze Spiel.
Höchste Zeit, digitale Transformation zur Chefsache zu machen. Und (endlich) ins Tun zu kommen.