/ Kommunikation & Strategie

5 HauptgrĂŒnde, warum der digitale Wandel scheitert

MMag. Dr. Peter Weixelbaumer
Strategie & Consulting, CEO cs2 Communication & Strategy Services

Was haben digitaler Wandel, Industrie 4.0, Nachhaltigkeit und Employer Branding gemeinsam? 1. Alle reden davon. 2. Sie gelten in den Unternehmen als Top-Prio-Themen. 3. Es gibt dazu massiv dotierte Projektbudgets – vor allem in Matrixorganisationen. Und trotzdem 4.: In den meisten FĂ€llen erzielen die Organisationen weder messbare Durchbruchserfolge noch nachhaltige Ergebnisse. Das ist fatal. Die HauptgrĂŒnde dafĂŒr - und wie man sie löst. 

"too important to fail..."

Die digitale Transformation ist "too important to fail": John Chambers, der frĂŒhere Cisco-CEO, fasst das fĂŒr Unternehmen in drastische Worte: "Mindestens 40 % aller Unternehmen werden in den nĂ€chsten 10 Jahren vom Markt verschwinden, wenn sie es nicht schaffen, ihr gesamtes Unternehmen an neue Technologien anzupassen." Der Großteil der restlichen 60 % wird enorm an WettbewerbsfĂ€higkeit einbĂŒĂŸen.

Aus zahlreichen Strategie- oder Changeprojekten haben sich aus unserer Sicht 5 GrĂŒnde herauskristallisiert, die fĂŒr das Scheitern des digitalen Wandels in Unternehmen hauptverantwortlich sind:

1. Mangelndes VerstÀndnis

Die verantwortlichen EntscheidungstrĂ€ger*innen bzw. FĂŒhrungskrĂ€fte im Unternehmen verstehen den digitalen Wandel, seine alternativlosen Erfordernisse, seine Chancen, aber auch seine Risiken nicht - weil „das Digitale“ eine fĂŒr sie weitgehend unbekannte Welt ist.

2. Mangelndes Wissen

Hand in Hand damit fehlt es an konkretem Wissen ĂŒber ZusammenhĂ€nge, Modelle, Systeme, Netzwerke, Tools und damit verbunden ĂŒber die konkreten Bedarfs- und Umsetzungssituation im Unternehmen.

3. Mangelnde Priorisierung

Defizite in 1. und 2. fĂŒhren fast zwangslĂ€ufig zu einer falschen Priorisierung von digitalen Change-Initiativen. Es braucht aber eine Top-Prio!

4. Mangelndes Vorleben

VerĂ€nderungen brauchen Vorbilder und ein aktives Vorleben – im Idealfall vom Topmanagement aus. Den digitalen Wandel in einer Fachabteilung parken zu wollen, reicht absolut nicht.

5. Falsche Kultur

Damit kommt last but not at all least ĂŒbergreifend eine nicht mehr zeitgemĂ€ĂŸe bzw. falsche Unternehmenskultur als wesentlicher Grund fĂŒr das Scheitern des digitalen Wandels in Unternehmen ins Spiel.

Zusammengefasst spiel menschliches Verhalten eine mindestens ebenso große Rolle wie die Schaffung der technologischen Grundlagen fĂŒr die Digitalisierung. Wir mĂŒssen die Menschen in den Prozess integrieren: durch Know-how, durch klare Transparenz des Nutzens durch den Wandel, durch klare Infos, welche Rolle sie in diesem Prozess einnehmen, durch eine stringente Vision und Zielausrichtung und durch eine moderne Unternehmenskultur, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Denn letztlich sind es die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die den Erfolg ausmachen - auch beim digitalen Wandel.

Ein Aspekt der hier ĂŒbergreifend tragend wird, ist der digitale Humanismus: Es geht u.a. um die Frage, wie die Digitalisierung menschlicher werden kann und so die LĂŒcke zwischen Technologie und dem Menschen geschlossen wird. Und wie Digitales noch besser zur positiven Entwicklung unserer Welt beitragen kann. Das ist „nicht nur“ gesellschaftlich grundlegend wichtig, sondern die Auseinandersetzung damit macht auch Unternehmen „digital-change-fit“.

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