Heute schon gehört? Podcasts fĂŒr die Unternehmenskommunikation

Verena Schwarzinger
Senior Content Managerin

Vorgestern Kassetten und CDs, gestern Radio und heute Podcasts. Audio ist eines der Trend-Medien der Zukunft, zusĂ€tzlich gepusht durch die Coronakrise. Jeder Dritte hört eine Form von reinen AudiobeitrĂ€gen oder Video-Audio-BeitrĂ€ge, die online verfĂŒgbar sind und abonniert werden können. Vor allem die Zielgruppe zwischen 16 und 29 Jahren hört der Umfrage zufolge leidenschaftlich Podcasts.1 Und dies als Informationsquelle, Unterhaltungsmedium oder einfach zur Entspannung. Podcasts: die Chance fĂŒr Unternehmen?

Was ist ein Podcast? Definition, Daten & Fakten.

Podcast fĂŒr die Unternehmenskommunikation, Symbolbild Kopfhörer
Pixabay

Ein Podcast ist quasi ein Blog, allerdings sind seine BeitrĂ€ge gesprochen zum Anhören und nicht geschrieben zum Lesen. Plattformen wie iTunes, Soundcloud oder Spotify speichern die einzelnen Episoden, die jederzeit gehört werden können – von den Usern bevorzugt via Smartphone oder Tablett. Beinahe tĂ€glich werden neue Podcasts veröffentlicht, sei es von Medien- und VerlagshĂ€usern, Privatpersonen, Institutionen. Oder Unternehmen.

Rund 1,4 Millionen Podcasts mit mehr als 75 Millionen Folgen sind derzeit online weltweit zu finden. Auch Österreich ist ein produktives Land. So wuchs die heimische Podcast-Szene heuer bereits um knapp 200 Neuproduktionen. Alleine im 1. Lockdown ab Mitte MĂ€rz wurden tĂ€glich mehr als 80 neue Cast gestartet.2 Laut dem Reuters Digital News Reports vom Juni 2020 konsumieren derzeit rund 30 Prozent der Österreicher unterschiedlichste Podcasts.3

Themen gibt es zu GenĂŒge: von News, HörbĂŒchern, Talk-Formaten oder ErzĂ€hlungen bis hin zu FachbeitrĂ€gen. Es ist vor allem die Begeisterung fĂŒr bestimmte Themen oder dass man seine Interessen mit anderen teilt, die zu neuen Podcasts fĂŒhren. Podcast sind angekommen und haben sich zu einem zentralen Informationsmedium etabliert. Vor allem auch tiefgĂ€ngige Formate ĂŒber einen schnellen News-Charakter hinaus werden gesucht. Gehört wird beim Autofahren, beim Workout oder beim Kochen.

Podcasts fĂŒr Unternehmen

In der vielfĂ€ltigen Klaviatur der KommunikationskanĂ€le spielt fĂŒr Unternehmen auch ein Podcast eine immer grĂ¶ĂŸere Rolle. Das Format kann Zielgruppen abseits vollgestopfter Channels und oftmals noch mit einer gewissen Alleinstellung erreichen und vermittelt gezielt und effizient Unternehmensinhalte – diese jedoch nicht als reine Produktwerbung, sondern als Story. Das ist Storytelling im wahrsten Sinne des Wortes.

Podcasthörer entscheiden sich sehr bewusst dafĂŒr, ihre Zeit in eine bestimmte Sendung oder in ein bestimmtes Thema zu investieren. Daher mĂŒssen Podcast-Produzenten wie Unternehmen auch Inhalte liefern, die weit ĂŒber reine Werbung hinausgehen. Denn wer möchte sich minutenlang schnoddrige Werbung anhören? Große Marken wie Audi oder auch Mc Donalds haben eigene Podcast gelauncht und machen es vor.

Die Vorteile auf einen Blick

Die Vorteile eines professionellen und regelmĂ€ĂŸig bespielten Podcasts sind:

  • Podcasts sind fĂŒr Hörer leicht zugĂ€nglich. Via Smartphone oder Tablett einfach abzurufen, zu speichern und anzuhören. Dies geht unterwegs zum Beispiel im Auto, in öffentlichen Verkehrsmitteln oder zu Hause.
     
  • Podcasts erreichen Zielgruppen ĂŒber einen unverbrauchten Kanal und ergĂ€nzen den Mix aus verschiedensten Content-Formaten in der Unternehmenskommunikation.
     
  • Bei Podcasts ist es nicht anders als bei anderen Kommunikationsinstrumenten: Es geht um relevante Inhalte. Content is King, once again. Wird den Podcast-Usern Mehrwert angeboten, können sie vielleicht etwas lernen, dann werden sie zu Abonnenten. So kann ĂŒber einen Podcast eine langfristige Kundenbindung aufgebaut werden.
     
  • In Podcast kann, eingebettet in die Geschichte, beim Aufzeigen von Lösungen etc. auch dezente Werbung platziert werden, wie zum Beispiel Aktionen oder die GrĂŒndung von neuen GeschĂ€ftsbereichen. Relevanz angereichert mit dann passender relevanter Werbung – das wird nicht nur akzeptiert, sondern kommt als Mehrwert gut an.
     
  • FĂŒhrungskrĂ€fte und Mitarbeiter können in den einzelnen Episoden platziert werden. Sie werden damit zu Botschaftern fĂŒr das Unternehmen und die gesamte Marke wird nahbar. Dies fĂŒhrt auch zu einem attraktiven Image und zahlt in das Employer Branding eines Unternehmens ein.
     
  • Werden zahlreiche unterschiedliche KanĂ€le regelmĂ€ĂŸig und mit relevantem Content bedient, so schafft dies Vertrauen bei den Usern. Der Podcast kann hier durch seine Charakteristika eine besondere kognitive und emotionale NĂ€he herstellen.
     
  • Hörer wĂ€hlen den Zeitpunkt des Konsums selbst. Podcasts können örtlich und zeitlich flexibel ĂŒberall gehört werden. So fĂŒhlen sich Hörer nicht „zum Informationskonsum genötigt“, sondern entscheiden selbst.
     
  • Neue Podcast-BeitrĂ€ge können auf den unterschiedlichen KommunikationskanĂ€len publiziert werden, intern wie extern. Das schafft Breite und Reichweite.

Gibt es Nachteile?

Auch diesen Punkt sollte man beleuchten:

  • Themenwelten können auch einen ausgewiesenen Nischencharakter aufweisen. So ist der Podcast nur schwer zu finden und wird so nicht gehört. Bevor man ans Produzieren geht, braucht es eine grundlegende Strategie und Recherche sowie eine genaue Definition der Zielgruppen und der Markt- und KundenwĂŒnsche.
     
  • Das Hören verbietet natĂŒrlich visuelle Anreize, die sich deutlicher einprĂ€gen. Studien zeigen, dass Videoformate stets die meiste Nachfrage erzielen. Vor allem wenn es um Lösungen oder Hilfestellungen geht.

Sie wollen mehr Infos oder haben Feedback fĂŒr uns? Ich freue mich auf Ihre Nachricht: verena.schwarzinger@cs2.at.

 

reprÀsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, Juli 2020

Meta Communication International

Reuters Digital News Reports, Juni 2020