Face-to-Face 2.0: Neue Tools in der Mitarbeiterkommunikation in Zeiten der Coronakrise

Verena Schwarzinger
Senior Content Managerin

Homeoffice, keine physischen Meetings und Termine, Kurzarbeit, Schichtbetrieb, um Abstand zu wahren und vieles mehr. Die durch die Coronakrise spĂŒrbar verĂ€nderten Arbeitssituationen brauchen neue Instrumente und Maßnahmen, um weiterhin eine nachhaltige und kontinuierliche interne Kommunikation zu gewĂ€hrleisten. Denn was sich nicht geĂ€ndert hat, ist das InformationsbedĂŒrfnis der Mitarbeiter. Aber „Not macht erfinderisch!“

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Die Coronakrise hat deutlich dazu beigetragen, dass die interne Kommunikation wieder mehr in den Fokus rĂŒckt – und das völlig zurecht. Turbulente Zeiten zeigen, wie wichtig der Austausch untereinander ist. Events wie Meetings, Stand-outs, ein rasches ĂŒber den Tisch rufen, Face-to-Face GesprĂ€che mit Chefs, Team- oder Abteilungsleitern oder auch Betriebsversammlungen oder Mitarbeiterfeste dienen der Kontaktpflege der Mitarbeiter und einem Informationsaustausch untereinander und mit den Vorgesetzten. Aber all das kann in Zeiten von Corona und des zweiten Lockdowns nur schaumgebremst oder gar nicht erfolgen. Auch die jetzt anstehenden Weihnachtsfeiern fallen coronabedingt in den meisten FĂ€llen aus.

Doch gleichzeitig beschleunigte die Coronakrise die EinfĂŒhrung von neuen digitalen Medien und Formaten. So entstehen Tools fĂŒr die interne Kommunikation, die vorher kaum jemand am Radarschirm hatte. Digital ist die Kommunikationswelt der Stunde. So werden zum Informationsaustausch Videos, Streams und Hangouts eingesetzt.

Digitalisierungsschub dank Corona

Auch wenn bereits in Unternehmen stark auf verschiedenste digitale Tools fĂŒr die interne Kommunikation gesetzt wurde, die Coronakrise setzt nun noch spĂŒrbar eins drauf. Denn fĂŒr viele Betriebe ist der Online-Austausch aktuell die einzige Möglichkeit zu kommunizieren, fĂŒr eine dichte Kommunikation und um alle in einem Boot zu haben.

Neuausrichtungen in GeschĂ€ftsfeldern werden via Kick-Off-Videoshow prĂ€sentiert, Informationen fĂŒr die FĂŒhrungskrĂ€fte ĂŒber Videoconferencing um Einblicke bei Tagen der offenen TĂŒr zu geben, werden online RundgĂ€nge in Unternehmen abgehalten oder Townhall-Meetings mit den Mitarbeitern via live Zuschaltung durchgefĂŒhrt. Hier gehen Unternehmen wie Magenta Telekom, Siemens, Coca-Cola oder die ÖBB mit gutem Beispiel voran. Mehrere tausend Mitarbeiter nehmen an diesen Online-Veranstaltungen teil und – es funktioniert!

Auch Social Media Plattformen wie LinkedIn können das TeamgefĂŒge stĂ€rken. Eigene LinkedIn Gruppen können zum Austausch von News dienen. So ist ein aktiver Dialog in den sozialen Netzwerken einfach möglich. Das Ziel mit diesen neuen Formaten und Tools ist klar: Den Informationsfluss und den persönlichen Austausch trotz Social Distancing nicht zum Erliegen bringen.

All dies zeigt: Auch digital funktioniert der so wichtige interne Informationsaustausch zum Beispiel beim virtuellen Kaffeetalk, jeder mit dem KaffeehĂ€ferl am eigenen Schreibtisch im Home Office, oder beim After-Work-Drink von zu Hause aus. Neben den offiziellen Unternehmensmaßnahmen wie Streams, Videos, Hangouts etc. finden die Mitarbeiter informelle Formate. AktivitĂ€ten zur Kontaktpflege sind unter anderem auch Challenges oder Skype-Afterwork-Runden. So kann auch in herausfordernden Zeiten Geselligkeit und Gemeinschaft – beruflich wie privat – interagiert bzw. gefeiert werden. So wie „in real Life“, wie manche die Welt abseits der digitalen Welt gerne nennen sollte das Unternehmen auch hier informellen Austausch zu lassen. Denn dieser wirkt in der Regel auch integrierend und stabilisierend – Attribute, die in einer Krisenzeit besondere Bedeutung haben.

Weihnachtsfeier ade

Erfreulich ist es keinesfalls, lĂ€sst sich aber leider nicht verhindern: Die jĂ€hrliche Weihnachtsfeier fĂ€llt heuer in den meisten FĂ€llen aus. Aber das heißt nicht, dass ein Unternehmen in der vermeintlich ruhigsten Zeit im Jahr nicht die so wichtigen Botschaften an die eigene Belegschaft richten kann.

Einige Unternehmen nehmen die Rede des CEOs oder GeschĂ€ftsfĂŒhrers als kurzen Spot auf und schicken die Botschaften an die Belegschaft, andere veranstalten virtuelle Partys. Im Netz gibt es dazu auch bereits einige Anbieter. Doch trotz der Digitalisierungsoffensive: Nicht jedes jetzt zielfĂŒhrende Kommunikationstool muss zwangslĂ€ufig auch digital sein.

So greifen viele auf eine bewĂ€hrte Maßnahme fĂŒr die interne Kommunikation zurĂŒck, mit dem vor allem die gesamte Belegschaft von der Produktion bis hin zu den Verwaltungsbereichen sehr gut erreicht werden kann: das Mitarbeitermagazin. Und selbst wenn ein Unternehmen eigentlich kein Mitarbeitermagazin hat, werden jetzt in dieser coronabedingten Situation Sonderausgaben eines Mitarbeitermagazins produziert. Darin zieht der GeschĂ€ftsfĂŒhrer eine Jahresbilanz, gibt Sicherheit und Vertrauen, Struktur und fĂŒr viele auch Halt und nĂŒtzt die „redaktionelle BĂŒhne“ fĂŒr seine Worte an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die er ansonsten persönlich im Rahmen der Weihnachtsfeier an die Belegschaft gerichtet hĂ€tte.

Dazu gehören natĂŒrlich vor allem auch Dank und WertschĂ€tzung, denn ein Unternehmen ist nur so gut, wie seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter es vorantragen und weiterentwickeln. Und der Blick ins neue Jahr ist ebenso wichtiger Teil: Welche Meilensteine stehen nĂ€chstes Jahr an? Worauf wird es ankommen? Das Mitarbeitermagazin - ein Oldie but Goldie - kann an die Belegschaft auch nach Hause geschickt werden, vor allem dann wenn die Mitarbeiter im Home Office sind oder in Kurzarbeit. Hier kann dies dann in Ruhe gelesen werden – und auch von den Familienmitgliedern, die in Summe einen essenziellen Einfluss auf auf Image und Co. eines Unternehmens haben.

Die Coronakrise wird irgendwann vorĂŒbergehen, die spĂŒrbare Weiterentwicklung der internen Kommunikation und der starke Digitalisierungsschub werden hoffentlich bleiben. Stets gilt: die Herausforderungen in Chancen zu verwandeln und deren StĂ€rken und Vorteile proaktiv nĂŒtzen, um nach vorne zu kommen beziehungsweise vorne zu bleiben.

Haben Sie dazu Kommentare oder RĂŒckfragen? Dann freue ich mich auf Ihre Nachricht: verena.schwarzinger@cs2.at.